Sortiment
Simonnet-Febvre
Schon seit Bestehen von Simmonet-Febvre waren seine Weine begehrt, so belieferte und beeindruckte das Weingut einst schon den russischen Zaren. Der alte, familiengeführte Betrieb im Chablis ist eigentlich mehr für seinen genialen Crémant berühmt. In der Zwischenzeit wurde das Weingut extrem modernisiert und produziert auch wunderschöne, klassische Vorzeige-Chablis.
Chablis prickelndes Geheimnis
Im nördlichen Burgund, wachsen Chardonnays, die von gnadenloser Frische und ihrem kalkhaltigen Terroir geprägt sind. Wer verstehen will, was „Mineralität“ bedeutet: Chablis bringt sie verlässlich ins Glas.
Mit saftiger Aromenvielfalt, schöner Struktur und mineralisch-salzigem Touch macht schon Simonnet-Febvres Chablis 2024 seiner Herkunft alle Ehre, noch wesentlich spannender wird es bei den Premier Crus und Grand Crus der Domaine. Der elegante Chablis 1er Cru Montmains 2023 zeigt viel Energie und mineralische Spannung. Sein Ausbau im Stahltank stellt das Terroir in den Vordergrund. Zudem bereichern der 1er Cru Mont de Milieu und der herausragende Grand Cru Les Clos 2023 das WEIN & CO Sortiment.
Doch tatsächlich ist es der Schaumwein, mit dem Simonnet-Febvre schon im 19. Jahrhundert berühmt wurde. So legt man bis heute – als einziger Produzent in Chablis – größten Wert auf die Herstellung von allerfeinstem Crémant de Bourgogne. Die beliebte Cuvée S Brut präsentiert sich nach 36 Monaten Hefelager wunderbar pikant und frisch am Gaumen. Ihr gegenüber steht der Crémant de Bourgogne P. 100, ein Blanc de Noir, den seine fruchtig-saftige Eleganz und die cremige Perlage zu einem Must-try für alle Schaumweinfans machen.
An Simonnet-Febvre können sich auch Pinot-Noir-Liebhaber:innen erfreuen, denn nur wenige Kilometer südlich von Chablis befindet sich die nördlichste Rotweinappellation Burgunds – das pittoreske Dorf Irancy ist immer noch ein absoluter Geheimtipp! Der Irancy des Hauses spiegelt die Kühle der Region mit fabelhaften Frucht- und Gewürznoten, knackiger Frische und seidigem Tanninbiss wider. Ideal für alle, die gern etwas Neues entdecken!
Weingutsleiter Paul Espitalié im Interview mit Daniela Dejnega
Das Weingut Simonnet-Febvre liegt in Burgund, in der Appellation Chablis, die weltweit für ihren erstklassigen Chardonnay bekannt ist. Chardonnay ist aber auf der ganzen Welt zu finden. Was macht Chablis so speziell?
Paul Espitalié: Die Besonderheit von Chablis beruht auf zwei wesentlichen Punkten: Der erste ist das Terroir, denn unser Gebiet ist vom einzigartigen Kimmeridge-Kalk geprägt. Dieser Kalkstein besteht aus versteinerten Austern. Die Rebe nimmt die Mineralsalze aus diesen Meeresfossilien auf, was den Chablis-Weinen ihren einzigartigen Geschmack verleiht. Der zweite Fakor ist das Klima. Wir befinden uns in Chablis im äußersten Norden von Burgund und profitieren von einem kühleren Klima, das die Säure und die Frische unserer Weine bewahrt.
Die Premier-Cru-Lage Montmains liefert einen besonders eleganten, frischen Chablis. Was zeichnet diese Lage aus und wie entsteht der Wein im Keller?
Paul Espitalié: Der Chablis Premier Cru Montmains liegt am linken Ufer der Appellation Chablis. An diesem Hang sind die Reben nach Osten ausgerichtet, was dem Wein seine zusätzliche Frische und Mineralität verleiht. Seine Vinifikation erfolgt ganz nach traditioneller Art. Nach dem Pressen der Trauben und der Klärung des Mostes findet die Gärung bei einer Temperatur von 18 °C in Edelstahltanks statt. Im Anschluss an die alkoholische erfolgt die malolaktische Gärung, bei der die kantige Äpfelsäure in die milder schmeckende Milchsäure umgewandelt wird. Anschließend reift der Wein zwölf Monate lang auf seiner Feinhefe, bevor er in Flaschen abgefüllt wird.
Wie kommt es, dass Simonnet-Febvre das einzige Weingut in Chablis ist, das auch Crémant de Bourgogne produziert?
Paul Espitalié: Das Haus Simonnet-Febvre wurde 1840 gegründet. Zu dieser Zeit erfreuten sich Schaumweine in der Champagne großer Beliebtheit, so begannen auch andere Regionen mit der Schaumweinproduktion. In Burgund wurden Trauben von Top-Herkünften zu Schaumweinen verarbeitet: Romanée, Gevrey-Chambertin, Corton in der Region Beaune und eben auch Chablis, insbesondere dank Simonnet-Febvre. Wir waren damals das einzige Weingut, das prickelnde Weine aus Chablis herstellte, allerdings dürfen wir die Bezeichnung „Chablis Mousseux“ heute nicht mehr verwenden. Nun handelt es sich um Crémant de Bourgogne, aber wir sind nach wie vor das einzige Weingut, das Schaumweine innerhalb der Appellation Chablis produziert.
Bitte erzählen Sie uns etwas zum Crémant P. 100, einem Blanc de Noirs, der neu im WEIN & CO Sortiment ist.
Paul Espitalié: In der Umgebung von Chablis gibt es einen mit Pinot Noir bepflanzten Weinberg. Dieser befindet sich nordöstlich von Chablis, nur wenige Kilometer von der Champagne entfernt. Aus seinen Trauben keltern wir einen Blanc de Noirs aus 100 Prozent Pinot Noir. Daher kommt auch sein Name P. 100.
In Ihrem Sortiment gibt es auch einige sehr feine Rotweine. Wie schmeckt ein ausgezeichneter Bourgogne Rouge aus dem Norden?
Paul Espitalié: Pinot Noir aus unserer Region zeichnet sich durch seine frische Frucht, insbesondere die Aromen von Kirschen, sowie seine herrliche Frische am Gaumen bei feingliedriger Struktur und seidigen Tanninen aus.
Die Rotweinappellation Irancy ist hierzulande weitgehend unbekannt. Wo liegt sie und was macht ihre Weine spannend?
Paul Espitalié: Irancy ist eine der ganz wenigen Dorf-Appellationen im nördlichen Burgund. Die Reben sind amphitheaterförmig um die Ortschaft Irancy herum angelegt. Auch das Dorf selbst ist gut erhalten und verfügt über viele alte Winzerhäuser aus Stein. Irancy ist eine kleine Appellation mit einer Anbaufläche von nur 200 Hektar – bepflanzt mit Pinot Noir und der alten Sorte César. Letztere ist ganz typisch für diesen Wein. César wird dem Pinot Noir zu maximal zehn Prozent beigemischt und verleiht dem Wein mehr Farbe sowie mehr Tannine.
Von der Rebsorte César habe ich noch nie gehört! Wie hat sie es geschafft, in Irancy zu überleben? Wächst sie auch in anderen Gebieten und gibt es sortenreine Weine aus César?
Paul Espitalié: Der Legende nach brachten die Römer diese Rebsorte mit, als sie in Gallien einfielen. Sie kommt ausschließlich in unserer Region vor. César blieb im Weinberg erhalten, weil die Produzenten so dem eher leichten Pinot Noir Farbe und Struktur verleihen konnten. Heutzutage macht schon der Klimawandel die Herstellung von Pinot Noir mit tieferer Farbe und besserer Struktur möglich. Daher ist César weniger essenziell. Manchmal trennen wir die César-Trauben ab, um einen Wein aus 100 Prozent César zu gewinnen.
Welche Ihrer Weine sprechen Ihrer Meinung nach besonders die jüngere Generation der Weintrinker:innen an?
Paul Espitalié: Unsere Crémants de Bourgogne sind besonders leicht zugänglich, vor allem für diejenigen, die noch neu in der Welt des Weins sind. Man kann sie pur als Aperitif oder sogar in Cocktails genießen.
Seit wann leiten Sie das Haus Simonnet-Febvre als Geschäftsführer? Was ist Ihnen wichtig und was wollen Sie in den kommenden Jahren erreichen?
Paul Espitalié: Seit 2019 bin ich Geschäftsführer und Winemaker bei der Maison Simonnet-Febvre. Ich strebe danach, Weine zu keltern, die die Vielfalt der Terroirs von Chablis und der umliegenden Weinberge widerspiegeln. Ein Projekt, das wir derzeit verfolgen, ist die Herstellung von Schaumwein unter dem Namen „Crémant Chablis“, um an seine Geschichte im 19. Jahrhundert anzuknüpfen.
Vielen Dank für das Gespräch!
Impressionen
Weingut Simonnet-Febvre