Sortiment
Sattlerhof
Sauvignon in atemberaubender Perfektion
Die steilen Rieden und das feuchte Klima machen den Weinbau in der Südsteiermark zu einem hartem Handwerk, welches die Familie Sattler meisterhaft beherrscht. Seit Jahrzehnten zählt der Sattlerhof in Gamlitz zu den Aushängeschildern des österreichischen Weins. Das ist auf die konsequente Arbeit von Willi Sattler zurückzuführen, der seine Spitzenlagen seit jeher mit höchstem Qualitätsanspruch vinifiziert hat. Heute führen die Söhne Andreas und Alexander Sattler das Familienweingut mit vollem Engagement biologisch-dynamisch, zertifiziert nach respekt-BIODYN. Mit dem Fokus auf Boden und Kreislaufwirtschaft schafften sie es, das ohnehin hohe Qualitätsniveau nochmals zu steigern. Die heute bis zu 55 Jahre alten Rebanlagen sind für die Brüder ein großer Schatz. Bei der Lese geht es um kompromisslose Traubenselektion, die Weine vergären spontan und werden mit minimalen Eingriffen und entsprechender Geduld ausgebaut.
Die Paradesorte ist der Sauvignon Blanc. Neu in der Kategorie Gebietswein ist die Linie „Kleine Gärten“, die mit dem Strukturwandel in der Südsteiermark zu tun hat und für den Erhalt kleiner schützenswerter Rieden steht. Der eben auf den Markt gekommene Sauvignon Blanc „Kleine Gärten“ 2025 strahlt mit sortentypischer Aromatik, kühler Leichtfüßigkeit und fantastischem Trinkfluss. Tiefgründiger Charakter und Eigenständigkeit kennzeichAnet die Riedenweine der Sattlers. Die steil nach Süden ausgerichtete Ried Alter Kranachberg bildet das Herzstück einer der Toplagen der Steiermark. Dieser von ungeheurer Frische, Würze und Stoffigkeit geprägte Lagenwein wird in Edelstahl ausgebaut und der 2023er glänzt mit 98–100 Falstaff-Punkten. Absolute Weltklasse liefert auch die Ried Trinkaus: Dieser enorm mineralische und spannungsgeladene Sauvignon Blanc erhielt im perfekten Jahrgang 2021 sowohl von Falstaff als auch von A la Carte 100 Punkte.
Andreas und Alexander Sattler im Interview mit Daniela Dejnega
Lieber Andreas, lieber Alex, ihr habt von eurem Vater Willi ein bereits sehr erfolgreiches Weingut übernommen. Was ist dabei die größte Herausforderung?
Andreas: Unsere Eltern haben Großartiges geleistet und uns Rieden mit klingenden Namen wie Pfarrweingarten, Alter Kranachberg und Trinkaus übergeben, doch unser Betrieb bleibt eine Landwirtschaft mit allen Risiken und der damit verbundenen harten Handarbeit. Wir versuchen, uns bei neuen Herausforderungen auf die Qualität und das Terroir als Konstanten zu konzentrieren und alles Unwichtige wegzulassen.
Früher hörte man oft, dass in der Steiermark aus klimatischen Gründen kein Bioweinbau möglich sei. Ihr arbeitet mittlerweile seit einigen Jahren biologisch-dynamisch. Wie geht es euch dabei?
Alex: Das Klima in den südsteirischen Weinbergen kann harsch und fordernd sein. Kein Jahr gleicht dem anderen und selbst mit mehr als zehn Jahren Erfahrung in der Biobewirtschaftung stoßen wir immer wieder an unsere Grenzen. Doch die harte Arbeit lohnt sich, denn die Weinqualität profitiert und gleichzeitig gibt es einen Nutzen für den Boden, die Umwelt und die Kulturlandschaft.
Mit welchen Maßnahmen fördert ihr die Biodiversität in den Weingärten und welche Rolle spielen die Schafe am Weingut?
Alex: Erst ein gesunder Boden schafft Raum für Biodiversität. Wir beleben den Boden jährlich mit etwa 300 bis 600 Kubikmeter Schwarzerde-Kompost aus Bio-Rindermist. Zusätzlich kurbeln wir das Mikrobiom mit Kuhmist-Präparaten an. Die Begrünung zwischen den Reben bleibt bei uns ganzjährig geschlossen, was Humus aufbaut und langfristig Kohlenstoff im Boden bindet. Mittlerweile lassen wir im Winter 150 Schafe auf einem Drittel unserer Weingartenfläche weiden. Dadurch kommt Licht zum Boden, Samen werden verteilt und es wird auf natürliche Weise gedüngt. Das kurbelt das Bodenleben an und schafft Raum für Diversität.
Die Leitsorte der Südsteiermark ist der Sauvignon Blanc. Wie schmeckt für euch ein idealer Sauvignon Blanc und was macht ihn in eurem Gebiet einzigartig?
Andreas: Sauvignon Blanc ist meiner Meinung nach eine der facettenreichsten Weißweinsorten. Das Ideal für unsere Herkunft in Gamlitz präsentiert sich rauchig, würzig, tiefgründig und dabei leichtfüßig mit stoffigem Grip am Gaumen. Das Einzigartige unserer Region ist das vitale Wachstum durch den hohen Niederschlag, dazu kommen die idealen Tag- und Nacht-Temperaturen im Herbst. Dadurch werden die Weine energiegeladen und leichtfüßig. Die von Kalk und Quarz geprägten Böden sorgen für einen Frischekick in der Reife.
Neu im Programm ist die Linie „Kleine Gärten“. Was ist die Idee hinter diesen Weinen?
Andreas: „Kleine Gärten“ widmet sich dem Erhalt von kleinstrukturierten Bioweingärten in der Südsteiermark. Die Trauben stammen von unseren kleinteiligen Parzellen in biodynamischer Erzeugung sowie von kleinen erhaltenswerten Steillagen von drei ausgewählten Biowinzern, die mit höchstem Qualitätsanspruch arbeiten. Auch hier wird mit selektiver Handlese und Spontangärung gearbeitet; der Ausbau der Weine dauert sechs bis zwölf Monate. Der Welschriesling ist eine generell unterschätzte Rebsorte.
Welchen Stellenwert hat er bei euch am Weingut?
Alex: In dieser Sorte steckt für uns viel Herzblut und Geschichte. Welschriesling ist DIE autochthone Sorte der Region. Wir haben uns vor einigen Jahren den alten Rebselektionen verschrieben, da diese damals stärker auf Qualität ausgerichtet waren. Der Welschriesling „Kleine Gärten“ ist der wahrscheinlich wertigste Gebietswein, den wir jemals gefüllt haben.
Wie und wann trefft ihr die Entscheidung, ob Weine im Edelstahl oder im Holz ausgebaut werden?
Andreas: Die Aromatik und die Struktur unserer Weine entstehen zum größten Teil im Weinberg, sind also abhängig von der Lage. Die Entscheidung, welche Behälter wir für den Ausbau verwenden, hängt von den Tanninen in den Trauben ab, von der Reifedauer und dem Potenzial zur Oxidation. Beim Ausbau ist unser klares Ziel, Ruhe zur Entfaltung des Terroirs zu schaffen.
Die Ried Trinkaus bringt einen wirklich großen Sauvignon Blanc hervor. Bitte erzählt uns etwas über diese Lage und den Wein.
Alex: Unser Großvater pflanzte diesen Weingarten aus einer eigenen Rebselektion, die er einem sehr alten Sauvignon-Blanc-Weingarten entnommen hatte. Heute beherbergt die Ried Trinkaus unsere älteste Rebanlage dieser Sorte und bringt besonders eigenständige Weine hervor. Die wenigen Flaschen, die dem steilen Berg entspringen, werden mittels Zuteilung an unsere besten Kund:innen verteilt. Der Jahrgang 2021 erhielt erstmals 100 Falstaff-Punkte, was für uns und den steirischen Wein eine großartige Auszeichnung war.
Nun sind gerade die ersten 2025er im Verkauf. Was dürfen wir von diesem Jahrgang erwarten?
Andreas: 2025 ist ganz einfach ein herrlicher Jahrgang mit trinkfreudigen Weinen und hoher Qualität.
Wenn ihr aus eurem Sortiment einen Wein wählen müsstet, der euch als Person am besten widerspiegelt, welcher wäre das?
Alex: Alter Kranachberg Sauvignon Blanc, denn er ist energiegeladen und individuell.
Andreas: Pfarrweingarten – ruhig und bedacht, mit viel Tiefgang.
Vielen Dank für das Gespräch!
Top 100 Weingut
Die Auszeichnung als eines der besten 100 Weingüter der Welt erlangte die Familie durch das angesehene US Weinmagazin Wine & Spirits. Gegen 9.200 andere Weine konnte sich ein Exemplar des Familienbetriebs in der Blindverkostung durchsetzen.
Das liegt natürlich an der Arbeit der Winzer, die nach biologischen Richtlinien mit akribischer Präzision großartige Weine herstellen. Aber es auch an den Lagen selbst. Die Premiumrieden Kranachberg, Pfarrweingarten, Kapellenweingarten und Sernauberg sind je nach Lage von Quarz und Kalk geprägt.