Sortiment
Reinisch
Rebstöcke und das Wissen, wie man Wein erzeugt, brachten römische Legionäre bereits vor über 2.000 Jahren in die Thermenregion und im Mittelalter sorgten die vom Terroir begeisterten Zisterziensermönche für eine wahre Hochblüte im Weinbau südlich von Wien. Heute wird die Thermenregion gern als „Burgund Österreichs“ bezeichnet, dennoch werden ihre Weine oft unterschätzt. Tatsächlich entstehen genau hier einige der feinsten Burgunder Österreichs – Pinot Noir, St. Laurent und Chardonnay von umwerfender Eleganz und Finesse. Sie gehen auf das Konto der Familie Reinisch, die ihr Weingut in Tattendorf seit über fünf Jahrzehnten mit klarem Fokus auf Qualität führt.
Umwerfend burgundisch
Die Geschichte des Johanneshofs Reinisch reicht zurück bis 1923. Damals wurden 0,5 Hektar auf der Ried Mitterfeld bewirtschaftet und der Wein wurde ausschließlich im eigenen Buschenschank ausgeschenkt. Als Johann Reinisch den gemischten Betrieb in den Siebzigerjahren auf ein reines Weingut umstellte, erkannte er das Potenzial der kalkhaltigen Schwemmlandböden für Burgunderrebsorten und pflanzte schon damals in der Ried Holzspur Pinot-Noir-Reben – sie liefern heute einen der absoluten Topweine im Sortiment. Eine Affinität zu Burgund beweist die Familie Reinisch nicht nur mit Pinot Noir, sondern auch mit dem in leicht getoasteten Fässern ausgebauten, cremig-salzigen Chardonnay Ried Lores. Und dass die kalkreiche, aber karge Ried Frauenfeld als eine der besten St.-Laurent-Lagen des Landes gilt, können wohl alle nachvollziehen, die diesen saftigen, aber puristischen Wein einmal probiert haben. Alle diese Weingärten liegen in der Gemeinde Tattendorf, eine Ausnahme bildet nur die Ried Kästenbaum an den Hängen des Anninger, der mit 400 Meter Seehöhe die höchste Riede der Thermenregion darstellt. Er ist von drei Seiten vom Wienerwald umgeben und grenzt im Süden an einen aufgelassenen Steinbruch. Der erste Pinot Noir aus diesem beeindruckenden Terroir wurde im Jahr 2008 gekeltert.
Insgesamt umfasst das Weingut fast 40 Hektar, biozertifiziert ist es seit 2013 und durch die Weingärten streift eine muntere Schafherde. Johann Reinischs Söhne – Hannes, Christian und Michael – leiteten den Betrieb lange Jahre erfolgreich als Trio, seit Kurzem trägt auch die junge Generation Mitverantwortung. Hannes Sohn Sebastian wirkt als Kellermeister, hat 2025 seinen ersten Jahrgang gekeltert und der feinbalancierte Rotgipfler Gumpoldskirchen 2025 zeugt bereits von seinem Talent. Sebastians Bruder Thomas widmet sich hingegen mit Leidenschaft und Kreativität dem Kochen; er führt das Zwei-Hauben-Restaurant Thomas im Johanneshof.
Impressionen