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Piemont im Rampenlicht

Piemont im Rampenlicht

Barolo, Barbaresco & Co.

Malerische italienische Kleinstadt umgeben von sanften grünen Hügeln und Weinbergen.

Autorin: Daniela Dejnega

Der Herbst hält langsam Einzug, die mystisch nebelverhangenen Hügel des Piemonts rücken gedanklich näher und die Lust auf Rotwein nimmt zu. Barolo, Barbaresco, Weißer Trüffel … und jede Menge Neuentdeckungen.

Die Haselnussernte ist eingebracht, die Weinlese beendet und schon steht in Alba die jährliche Trüffelmesse vor der Tür. Im Herbst dreht sich alles um Wein und Kulinarik – Hochsaison für den Genuss-Tourismus in Piemont.

Piemont auf einen Blick

Piemont, die bezaubernde Hügellandschaft im Nordwesten Italiens. In den Hügeln der Langhe, des Roero und des Monferrato schlägt das Weinherz des Piemont, welches der Fluss Tanaro wie eine Lebensader durchfließt. Auf seiner orografisch linken Seite befindet sich Roero, rechts vom Tanaro liegen die Langhe mit der Stadt Alba und den allen Weinfans bekannten Orten Barolo und Barbaresco. Das Monferrato dehnt sich hingegen im Osten aus, Zentrum ist die Stadt Asti.

Nebbiolo Superstar

Der Weltruhm des Piemont basiert auf Nebbiolo, einer spätreifenden und kleinbeerigen Rotweinsorte, die Weine mit mächtiger Tanninstruktur und ausgeprägtem Reifepotenzial hervorbringt. Ihr Name leitet sich von den typischen Herbstnebeln ab, die sich bereits in der Lesezeit wie morgendliche Schleier über die sanft gewellten, endlos scheinenden Weinberge legen. In den Langhe, rund um weltbekannte Weinorte wie Barolo, Barbaresco und La Morra, bringt Nebbiolo einige der begehrtesten Rotweine der Welt hervor.

Region Langhe

Barolo

Die DOCG Barolo umfasst ingesamt elf Ortschaften südwestlich von Alba. Zählen wir sie auf: Barolo, La Morra, Serralunga, Castiglione Falletto, Novello, Monforte d’Alba, Cherasco, Verduno, Roddi, Grinzane Cavour und Diano d’Alba. Die Rebfläche ist in den vergangenen drei Jahrzehnten deutlich gewachsen und beträgt heute mehr als 2.100 Hektar. Ein Barolo reift mindestens 38 Monate am Weingut, davon 18 Monate im Holz. Ein klassischer Barolo beinhaltet eine granatrote Farbe, eine komplexe Aromatik mit einem Duft nach Veilchen, Rosen und Zwetschken sowie Noten von Lakritze, Herbstlaub und erdiger Würze am Gaumen, eine kraftvolle Tannin- und Säure-Struktur sowie eine gewisse Fülle. Barolo eignet sich nur bedingt für ungeduldige Weingenießer, denn er oft länger als ein Jahrzehnt bis die Gerbstoffe nachlassen und sich der Trinkfluss einstellt. 

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Barbaresco

Den 2.100 Hektar Reben von Barolo stehen 760 Hektar in Barbaresco gegenüber. Barbaresco ist also deutlich kleiner, schon allein deshalb seltener und seine Weine gelten als weniger wuchtig. Nebbiolo erreicht hier einzigartige Eleganz und Finesse. 

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Alta Langa

Und weil nach so viel Rotwein nur Schaumwein für nachhaltige Erfrischung am Gaumen sorgt, stellen wir zum Abschluss den feinperligen Alta Langa Albare’ von San Silvestro vor. Alta Langa ist eine DOCG für flaschenvergorene Schaumweine, die einen wahren Höhenflug hingelegt hat. Sie umfasst knapp 500 Hektar Reben – ausschließlich Chardonnay und Pinot Noir. 

Hügelige Landschaft mit ausgedehnten Weinbergen und einigen verstreuten Häusern an Hängen.
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Vegan
In der kleinen Gemeinde Albaretto della Torre in der Weinregion Langhe wachsen die Trauben für diesen außergewöhnlichen Schaumwein aus Pinot Noir und Chardonnay, der nach 30 Monaten auf der Feinhefe ohne Dosage abgefüllt wurde. Kompakt, fokussiert und steinig einerseits, aber auch saftig und frisch, mit süßer Marillenfrucht andererseits, bringt der Albare’ die kühlen höheren Lagen seiner piemontesischen Herkunft gut zur Geltung und stellt gleichzeitig eine wunderbare Balance her, die ihm enormen Charme verleiht.
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Region Roero

Arneis

Arneis war schon im 15. Jahrhundert unter den Bezeichnungen Renesium und Ornesio bekannt. Sie stammt aus den Roero-Bergen in der italienischen Region Piemont und wird in Italien ausschließlich im Piemont angebaut.

Neu bei WEIN & CO sind deshalb die Weine der Cascina Val del Prete, einem kleinen Bioweingut in Priocca mit zehn Hektar, das von Mario Roagna und seinem Sohn Giovanni geführt wird. Die beiden vergären ihre Weine spontan und arbeiten minimal-invasiv im Keller. Ihr Roero Rosso namens Bricco Medica ist ein facettenreicher Nebbiolo mit anregender Würze, viel Frische und faszinierender Leichtfüßigkeit. Vom Jahrgang 2023 gibt es gerade mal 3.000 Flaschen. Roero pur! Aber auch Weißweinfans kommen in Roero voll auf ihre Kosten – dank der autochthonen Sorte Arneis, die lange ein wenig vernachlässigt wurde. Mit dem Roero Arneis „Luèt“, der Noten von Mandeln und Blüten mit Struktur und mineralischer Frische verbindet, zeigt Val del Prete vor, was in dieser Sorte steckt.

Region Monferrato

Barbera

Monferrato nördlich des Flusses Tanaro ist neben der Langhe das zweite große Weinbaugebiet des Piemont. Die DOC-Weine dieser Region, aus Barbera, Grignolino oder Dolcetto gekeltert. Tatsächlich ist nicht Nebbiolo die meistangebaute Sorte im Piemont, sondern Barbera, die etwa die Hälfte der Rebfläche einnimmt. Sie neigt zu reichen Erträgen und besitzt grundsätzlich wenig Tannin und eine sehr frische Säure. Die robuste Barbera funktioniert auch in weniger guten Lagen und wirkte über Jahrzehnte als Lieferantin schlichter Alltagsweine. 

Dolcetto

Die dritte weit verbreitete Rebsorte im Piemont heißt Dolcetto. Wenngleich ihr Name (dolcetto – kleiner Süßer) es andeutet – mit Restsüße hat dieser trockene Rotwein nichts am Hut. Mit dem Dolcetto starten die Weingüter im Herbst in die Lese, denn seine Trauben sind früh reif, etwa vier Wochen vor Nebbiolo. Da ihr Säuregehalt grundsätzlich niedrig ist, wirken die Beeren sehr süß und werden vor Ort auch gern als Speisetrauben verzehrt. Tannin ist aber ordentlich vorhanden und verleiht dem Wein seine Struktur. Dolcetto ist rotfruchtig, intensiv und traubig, dazu gesellen sich florale Noten wie Veilchen. Auch Schwarzer Tee und eine Mandelnote werden dem Dolcetto nachgesagt.

Der charakterstarke Monferrato Rosso des Weinguts Tenuta Foresta besteht hingegen aus Dolcetto und Albarossa – eine faszinierende Sortenkombination, die Würze und Dörrobstnoten mit Pikanz und Struktur verbindet. Ein kleines Weingut zu führen, war der Traum von Olga Semenchas Vater, der tragischerweise nur zwei Jahre nach der Gründung von Tenuta Foresta verstarb. Olga aber setzt den Traum des Vaters fort und keltert gemeinsam mit ihrem Bruder auf handwerkliche, traditionelle Art wunderbar authentische Weine von vier Hektar in den Hügeln von Isola d’Asti.

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