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Inspiration Themen Brunello 2016

Brunello di Montalcino 2016

Große Weine eines geschichtsträchtigen Jahrgangs

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Der neue Brunello-Jahrgang wurde weltweit sehnlichst erwartet, zumal schon der Rosso di Montalcino die überragende Qualität des 2016ers wie ein Herold für den großen Wein ankündigte. Manche Winzer sprachen von idealtypischen Wetterverhältnissen, die man sich nicht besser hätte wünschen können, andere von einem durchwachsenen Jahr mit einem großartigen Finish. Es begann kühl und feucht im April, Mai und Juni. Danach wechselte es in einen trockenen Sommer mit warmen, aber niemals zu heißen Temperaturen. Auch der Herbst war bis auf ein Gewitter Mitte September warm und trocken. Viele konnten davor lesen, andere warteten die Schönwetterphase nach der Trocknung ab.

Als historisches Aushängeschild Italiens (erstes DOC- und erstes DOCG-Gebiet) beweist der Brunello mit dem Jahrgang 2016 eindrücklich, was großer Sangiovese ist und definiert ihn gleichzeitig neu: kraftvoll, aber nicht zu mächtig, gleichsam schwebend, aromatisch und von beeindruckender Vielschichtigkeit und Länge.

Brunello di Montalcino 2016

Totgesagte leben länger

Willi Klinger

Kommentar von Willi Klinger

Die Renaissance des Brunello di Montalcino

Der Brunello di Montalcino ist nach Auffassung vieler Fachleute heute wieder die unangefochtene Nummer Eins der italienischen Weinkategorien. Die Nachfrage boomt, die Preise steigen und der seit Jahrzehnten bestehende Zufluss von Kapital aus anderen Regionen Italiens, aber auch aus dem Ausland, ist ungebrochen.

Das war in den letzten 50 Jahren nicht immer so. Gerade in den letzten beiden Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts gerieten die Klassiker der Toskana – Chianti, Vino Nobile di Montepulciano und eben auch der Brunello di Montalcino – gegenüber modernen Weinen, die später unter dem Namen „Supertuscans“ zusammengefasst wurden, ins Hintertreffen. Nach dem Vorbild des 1971 von Piero Antinori und seinem Önologen Giacomo Tachis zum ersten Mal produzierten Tignanello kamen in den 1980er Jahren auch im Gebiet des Chianti Classico zahlreiche neue Weine auf den Markt. Die Ursache für diese Revolution, die parallel dazu auch in Piemont von Angelo Gaja und den Barolo-Boys ausgelöst wurde, war der Protest gegen veraltete Produktionsmethoden, die in einem starren Weingesetz festgeschrieben waren.

Eine Flut neuer Namen – Cepparello, Flaccianello, Fontalloro, Sammarco usw. – heizte die Debatten in der Weinwelt unter großem Interesse der Konsumenten an. Der Markt war bereit, für die neuen Weine, die mangels gesetzlicher Definition zunächst mit der einfachsten Bezeichnung als „Vino da Tavola“ etikettiert wurden, höhere Preise zu akzeptieren als für Chianti Riserva, Vino Nobile und sogar Brunello. Die Süße von neuem Holz durch den Barriqueausbau und oft auch die würzige Aromatik von Cabernet und Merlot ließen die altmodisch im großen Holz ausgebauten Traditionsweine alt aussehen.

Erst Ende der Neunzigerjahre gelang es, dieses wilde Phänomen einigermaßen ins Weingesetz zu integrieren: „Um den paradoxen Zustand zu beenden, dass die besten Weine in der untersten Kategorie der europäischen Weingesetzgebung landeten, hat der italienische Gesetzgeber mit dem Jahrgang 1997 eine neue ‚niedere‘ Qualitätsweinkategorie mit weniger einengenden Vorschriften geschaffen, die Indicazione Geografica Tipica (IGT). Seit dieser Zeit werden die Supertuscans als IGT-Weine etikettiert.“ schreibt Jens Priewe, der diese Entwicklung als erfolgreichster Weinbuchautor deutscher Sprache und Italienexperte kompetent begleitet hat, in seinem Online-Magazin „weinkenner.de“.

Mit Ausnahme des Tignanello ist es um die Supertuscans in der Zentraltoskana heute erstaunlich ruhig geworden. Das modernistische Szenario spielt sich eher in der Maremma ab, wo im Gefolge des Sassicaia mit Ornellaia, Masseto, Guado al Tasso, Camarcanda, Paleo, Saffredi, Biserno, Tua Rita und Co eine neue Prestigewein-Kategorie in einem Gebiet entstand, das als ehemalige Malaria-Hochburg nichts zu verlieren hatte.

Ganz anders beim Brunello. Alle Versuche, den alten Klassiker durch moderne Produktionsmethoden bis hin zu unerlaubten Verschnitten mit Cabernet oder Merlot weichzuspülen, stellten sich inzwischen als gescheitert heraus. Gefragt sind genuine Klassiker als höchste Ausprägung der Rebsorte Sangiovese, deren lokaler Klon Sangiovese Grosso oder auch Brunello heißt.

Als authentischer, reinsortiger Sangiovese von einem für die Sorte idealen Terroir – dem Gemeindegebiet der historischen Stadt Montalcino – trifft der Brunello heute mehr denn je den Nerv der Zeit, wobei die höhere Durchschnittstemperatur im Gefolge des Klimawandels für den säurereichen Sangiovese durchaus ein Vorteil ist. Gleiches gilt übrigens auch für die piemontesischen Flaggschiffe Barolo und Barbaresco aus der Nebbiolo-Traube. Das ist kein Widerspruch zur Tatsache, dass auf der ganzen Welt weiche Schmeichler mit süßlichem „Mouthfeel“ für immer mehr Menschen als Einstieg in das Universum der großen Rotweine dienen.

Aus dieser hedonistischen Basis kristallisieren sich nämlich im Laufe der Zeit auch immer mehr anspruchsvolle Weinfreunde heraus, die Weine mit Charakter bevorzugen. Individuelle Gewächse, die beim ersten Schluck klarstellen, woher sie kommen und dass sie nicht beliebig austauschbar sind. Und weil solche Ikonen nur in gewissen dafür prädestinierten Gebieten wachsen und ihre Menge damit begrenzt ist, steigt die Nachfrage und damit der Preis für die begehrten Flaschen. Der Brunello di Montalcino ist ein Musterbeispiel dafür, und in dieser Hinsicht unter den großen Weinen der Welt immer noch eine Mezzie.

Wäre da nicht der umwerfende 2015er, würde ich sagen, 2016 ist der größte Brunello-Jahrgang aller Zeiten.
James Suckling

Brunello di Montalcino 2015

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Brunello di Montalcino, der Kultwein aus dem Zentrum der Toskana, erhielt als einer der ersten vier Weine den DOCG-Status.

Das gemäßigte Klima im Süden der Provinz Siena bekommt in heißen, trockenen Sommern den Einfluss des Tyrrhenischen Meeres zu spüren. Die Masse des nahe gelegenen Monte Amiata schirmt die Weinberge gegen Hagel und Sturm ab. Die Sangiovese-Traube erreicht hier ihre höchste Reife und erbringt vollere, reichhaltigere Weine als an anderen Orten der Toskana.

Zu den begünstigten Teilen der Zone gehören die kühleren oberen Bereiche (400-550 m) um die befestigte Stadt, wo sehr langlebiger Brunello wächst. Viele neue Anpflanzungen liegen im wärmeren Südosten der Gemarkung, deren sandige Lehmböden mit Kalkstein und Galestro (blaugrauer Kalkstein-Schieferboden) gemischt sind, sodass kräftiger, fest gefügter Brunello entsteht.

Der Ausbau und die Veröffentlichung des Brunello sind streng reguliert. Zumindest 24 Monate muss der Wein im Fass ausharren und darf erst im Jänner des fünften Jahres nach der Lese auf den Markt kommen, die Riserva ein Jahr später. Die langen Ausbauzeiten bewirken eine Abrundung der Tannine, ein harmonischeres Gesamtbild und das berühmte Brunello-Aromenspektrum, das bereits aufzublühen beginnt. Würzige Ledernoten vereinen sich mit Rosen, Kräutern, getrockneten Früchten und Unterholz. Die besten Brunelli wirken trotz ihrer 14 bis 15 Prozent Alkohol immer schwebend und nie schwer.

Über die Art des Ausbaus scheiden sich in Montalcino jedoch die Geister: Traditionell erfolgt dieser in großen, alten Holzfässern aus slavonischer Eiche, die ideal für eine langsame Reifung sind. Die Weingüter Il Marroneto und Mastrojanni sind Vertreter dieser angestammten Gruppe und auch Le Ragnaie schwenkte nach einer Phase des Barriqueausbaus auf große Fässer um. Claudio Basla, langjähriger Direktor des Weinguts Altesino, startete 1997 damit, seine Weine entgegen der althergebrachten Methode in Barriques abzurunden. Auch in den Kellern von Casanova di Neri und Gajas Pieve Santa Restituta spielen diese kleineren Fässer eine größere Rolle. Der Gegensatz zwischen Modernisten und Traditionalisten wurde in Italien jedoch nirgends so deutlich wie im Piemont.

Immer wichtiger wird in Montalcino die Unterscheidung der einzelnen Lagen. Als Pionier dieser Entwicklung gilt das nördlich gelegene Weingut Altesino mit der Lage Montosoli, einem einzigartigen Terroir mit lehmigen Schieferböden. Dieses mündet in sehr straffen, aristokratischen Brunelli, die bereits seit 1980 abgefüllt werden. Seither lernten auch andere Winzer ihre Böden besser kennen und begannen, spezielle Weingärten separat auszubauen. Beispiele dafür sind der legendäre Wein Tenuta Nuova von Casanova di Neri sowie der strahlende Loreto von Mastrojanni von einer Südlage im südlicheren Teil des Gebiets. Das Weingut Il Poggione wiederum verfügt mit dem 1964 gepflanzten Paganelli-Hügel über eine der ältesten Einzellagen im südöstlichen, wärmeren Sant’Angelo in Colle. Und Alessandro Mori von Il Marroneto schoss mit seinem Madonna delle Grazie 2016 von einer Einzellage rund um das gleichnamige Kirchlein den Vogel ab und erzielte 100 Parkerpunkte.

weitere Montalcino-Weine

Im Ganzen betrachtet, haben die 2016er steilere Höhen und Tiefen als die ausgeglichenen 2015er, aber die 2016er gleichen das mit ihrer Kraft und Eleganz insgesamt wieder aus.
Monica Larner (Robert Parker)
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100% Sangiovese

Schlagzeilen machte der Brunello im Jahr 2008, als bekannt wurde, dass mehrere Produzenten sich nicht an die vorgeschriebene Rezeptur von 100% Sangiovese hielten und Rebsorten wie Merlot und Cabernet dazu mengten, um den Wein für den internationalen Markt aufzuwerten. Mehrere Millionen Liter wurden beschlagnahmt und mussten zu IGT oder DOC Wein deklassiert werden. Also wer noch einen „Fehldruck“ aus den früheren Jahren 2003 und älter in seinem Keller findet, kann sich eigentlich freuen.