Winzer des Monats Jänner 2012 - Bodega Colomé
Es ist nicht nur das Weingut mit den höchsten Weinbergen der Welt, es ist auch das älteste Weingut Argentiniens: Die Bodega Colomé ist sage und schreibe 180 Jahre alt.
Das Weingut wurde 1831 vom letzten spanischen Gouverneur gegründet. Seine Tochter Ascención brachte 1854 Malbec- und Cabernet-Sauvignon- Stöcke aus Frankreich mit. Noch heute stehen auf Bodega Colomé Weinberge mit diesen Reben - diese Stöcke stammen aus der Zeit, bevor die Reblaus große Teile der französischen Weinberge vernichtete. Einige dieser Weinstöcke tragen auch heute noch Trauben – in einem schier unglaublichen Alter von 150 Jahren!
Als der Schweizer Unternehmer Donald Hess 1998 das Calchaqui Valley im nördlichen Argentinien durchreiste, war er auf der Suche nach dem perfekten Terroir und dem idealen Klima, um einzigartigen argentinischen Wein zu machen. Mit Bodega Colomé, nahe dem Städtchen Molinos, rund 220 km von Salta entfernt, wurde er fündig. Ja, mehr als das: Er fand hier sein zweites Zuhause.
Das ist verständlich, liegt Colomé doch in einer atemberaubenden Landschaft, sensationelle Bergkulisse inklusive. Hier, zwischen unglaublichen 2.300 bis 3.111 Metern Seehöhe, liegen auch die nachhaltig bewirtschafteten Weingärten der Bodega. Der Vorteil: Durch die stärkere ultraviolette Strahlung bilden die Trauben eine dickere Haut aus, die sie schützt, und gleichzeitig auch mehr Aromen. Die rund 20 Grad Celsius Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht fördern zusätzlich die Eleganz. Diese Qualität der Trauben auch in die Flasche zu bringen, ist die Aufgabe des Winemakers Thibaut Delmotte. Er, der eigentlich im Burgund und im Bordeaux lebte und arbeitete, fand im Zuge einer Argentinien-Reise eigentlich zufällig zu Bodega Colomé – und blieb. Es war eine Herausforderung: „Im ersten Jahr machte ich Wein im Stil eines Bordeaux. Aber der passt so gar nicht zu Malbec“, erinnert sich Delmotte.
Heute, sechs Jahre später, passt freilich alles an seinen Weinen: Die finessenreichen und eleganten Weine werden von der Fachwelt regelmäßig hoch bewertet; sie zeichnen sich vor allem durch Komplexität und tiefe Frucht aus. Wie zum Beispiel der Amalaya tinto vom Weingut Bodega Amalaya, das in Cafayate liegt und seit 2010 zur Bodega Colomé gehört: Zu Deutsch heißt Amalaya „Hoffen auf ein Wunder“. Gemeint ist das Wunder, dass in der bergigen Wüstenlandschaft tatsächlich Wein gedeiht – und was für einer!




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